Dr. Jean-Louis PAQUAY
Dr. PAQUAY Cardiology Practice 38 Arelerstrooss, 8552 Oberpallen Beckerich, Luxembourg Gesprochene Sprache(n) :Französisch
Betroffene Fachrichtungen : Kardiologe
Die Herzinsuffizienz — umgangssprachlich Herzschwäche — ist eine chronische Erkrankung, bei der das geschwächte Herz das Blut nicht mehr kräftig genug durch den Körper pumpt. Sie betrifft vor allem Menschen über 60 und macht sich durch eine Trias von Beschwerden bemerkbar, die viel zu oft aufs Alter geschoben werden: ungewohnte Atemnot, geschwollene Beine und anhaltende Müdigkeit. In Luxemburg äußert meist der Hausarzt den ersten Verdacht; bestätigt und langfristig betreut wird die Diagnose vom Kardiologen. Früh erkannt, lässt sich die Herzinsuffizienz gut behandeln — ein aktives Leben bleibt über viele Jahre möglich.
Drei Anzeichen sollten an ein müde werdendes Herz denken lassen, besonders wenn sie sich schleichend einstellen.
Zuerst die Atemnot. Eine Etage Treppensteigen wird mühsam, der Einkauf raubt den Atem, und in fortgeschritteneren Stadien tritt die Luftnot sogar in Ruhe oder im Liegen auf. Manche Betroffene schlafen irgendwann mit zwei oder drei Kissen erhöht, um besser Luft zu bekommen — ohne zu ahnen, dass genau das ein klassisches Warnzeichen ist.
Dann die geschwollenen Beine. Knöchel und Waden werden im Laufe des Tages dicker, der Sockenrand hinterlässt sichtbare Abdrücke auf der Haut, die Schuhe drücken am Abend. Diese Schwellungen sind Wassereinlagerungen: Weil das Blut schlechter zirkuliert, sickert Flüssigkeit ins Gewebe.
Schließlich die Müdigkeit, das tückischste der drei Zeichen. Für früher selbstverständliche Tätigkeiten fehlt plötzlich die Kraft, man geht seltener aus dem Haus, schont sich, ohne es zu merken. Viele halten das für normales Altern — dabei versorgt ein schwächer pumpendes Herz die Muskeln schlicht mit weniger Blut.
Keines dieser Zeichen beweist für sich allein etwas. Treten aber zwei oder drei gemeinsam auf — zumal nach dem 60. Lebensjahr oder bei Bluthochdruck, Diabetes oder einem früheren Herzinfarkt —, gehört das zeitnah ärztlich abgeklärt.
Am besten versteht man die Krankheit mit dem Bild einer Pumpe. Das Herz treibt das Blut mit rund hunderttausend Schlägen pro Tag durch den Körper, ohne je zu pausieren. Mit den Jahren oder nach einer Schädigung — Herzinfarkt, schlecht eingestellter Bluthochdruck, Erkrankung einer Herzklappe — kann der Herzmuskel an Kraft oder an Elastizität verlieren. Die Pumpe arbeitet weiter, nur mit geringerer Leistung.
Alles Weitere ergibt sich daraus. Stromabwärts erhalten Organe und Muskeln weniger Blut: das ist die Müdigkeit. Stromaufwärts staut sich das Blut: In der Lunge behindert es den Gasaustausch und verursacht die Atemnot; in den Beinen presst es Flüssigkeit ins Gewebe und lässt Knöchel und Waden anschwellen. Die Trias ist also kein Zufall, sondern dreimal dasselbe Pumpenproblem mit anderem Gesicht.
Gut zu wissen: Die Pumpe kann auf zwei Arten versagen. Entweder zieht sie sich schwächer zusammen, oder sie wird zu steif, um sich zwischen zwei Schlägen richtig zu füllen. Diese zweite Form ist bei älteren Menschen und bei Frauen häufig und wird leicht übersehen, weil das Herz in einfachen Untersuchungen scheinbar normal pumpt — ein Grund mehr für eine vollständige kardiologische Abklärung.
Der richtige erste Weg führt zum Hausarzt. Er untersucht, hört Herz und Lunge ab und kann eine Blutuntersuchung sowie ein EKG veranlassen. Erhärtet sich der Verdacht, überweist er zum Kardiologen: Dieser stellt die Diagnose, vor allem mit dem Herzultraschall (Echokardiographie), einer schmerzlosen Untersuchung, die die Pumpe in Bewegung zeigt und ihre Kraft misst. In Luxemburg kann man auch direkt einen Termin beim Kardiologen vereinbaren.
Manche Situationen dulden keinen Termin, sondern verlangen den Notruf: Bei plötzlicher schwerer Atemnot, wenn Liegen unmöglich wird, bei Brustschmerzen oder Kollaps sofort die 112 anrufen.
Steht die Diagnose fest, wird eine einfache Gewohnheit zum wertvollen Werkzeug: sich jeden Morgen wiegen — nüchtern, nach dem Toilettengang, immer auf derselben Waage. Warum? Weil das Wasser, das ein schwächelndes Herz zurückhält, schwer ist und sich schnell ansammelt. Zwei bis drei Kilo Zunahme innerhalb weniger Tage sind kein Fett, sondern fast immer eingelagertes Wasser — das Zeichen, dass sich die Erkrankung im Stillen verschlechtert, oft mehrere Tage bevor die Atemnot deutlich zunimmt.
Wer sein Gewicht in einem Heft oder einer App notiert und den Arzt bei einer raschen Zunahme informiert, ermöglicht eine rechtzeitige Anpassung der Behandlung und erspart sich manchen Krankenhausaufenthalt. Kein anderes Instrument der Selbstkontrolle ist bei dieser Krankheit so einfach und so wirksam: die Waage als Kompass.
Die Betreuung ruht auf zwei Schultern: dem Hausarzt für den Alltag, dem Kardiologen für die regelmäßigen Kontrollen, die Anpassung der Therapie und den Ultraschall im Verlauf. Die heutige Behandlung — mehrere Medikamentenklassen, die die Pumpe entlasten, überschüssiges Wasser ausschwemmen und den Herzmuskel schützen — hat die Prognose grundlegend verbessert, vorausgesetzt, sie wird konsequent eingenommen. Konsultationen, kardiologische Untersuchungen und verordnete Behandlungen übernimmt die Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé) nach den üblichen Erstattungsregeln; Einzelheiten unter cns.lu.
Mit einer Herzinsuffizienz zu leben heißt, sich ein paar dauerhafte Gewohnheiten zuzulegen. Sparsam salzen, denn Salz bindet Wasser im Körper. In Bewegung bleiben: Anders als früher empfohlen, stärkt angepasste körperliche Aktivität — Spazierengehen, gemütliches Radfahren — das Herz und gehört zur Behandlung, abgestimmt mit dem Kardiologen. Die Grippeimpfung wahrnehmen, wenn der Arzt sie empfiehlt, denn Atemwegsinfekte bringen ein schwaches Herz leicht aus dem Gleichgewicht. Und vor allem: die Medikamente niemals absetzen, weil es einem besser geht — dass es besser geht, ist gerade das Verdienst der Behandlung. Gut begleitet lässt die Herzinsuffizienz reichlich Raum für Pläne, Reisen und Familienleben.
Diese Inhalte dienen nur zur Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Im Zweifel wenden Sie sich an einen Arzt; im Notfall wählen Sie die 112.
Nein. Der Herzinfarkt ist ein plötzliches Ereignis: Ein Herzkranzgefäß verschließt sich, ein Teil des Herzmuskels bekommt kein Blut mehr — das ist ein Notfall, rufen Sie die 112. Die Herzinsuffizienz ist dagegen eine chronische Erkrankung, bei der das Herz dauerhaft schwächer pumpt. Ein Infarkt kann allerdings eine Herzinsuffizienz als Folge hinterlassen.
Weil eine rasche Gewichtszunahme — zwei bis drei Kilo in wenigen Tagen — fast immer Wassereinlagerungen bedeutet: das früheste Zeichen einer Verschlechterung, oft noch bevor die Atemnot zunimmt. Wer sich jeden Morgen unter gleichen Bedingungen wiegt und den Arzt bei einem schnellen Anstieg informiert, ermöglicht eine rechtzeitige Therapieanpassung und kann einen Krankenhausaufenthalt vermeiden.
Ja — es wird sogar ausdrücklich empfohlen. Regelmäßige, angepasste Bewegung wie Gehen oder lockeres Radfahren stärkt das Herz und lindert die Beschwerden. Das richtige Maß legen Sie mit Ihrem Kardiologen fest, gegebenenfalls im Rahmen einer kardialen Rehabilitation. Strenge, lange Bettruhe, wie früher üblich, gilt heute als überholt.
Nein. Beine können auch aus anderen Gründen anschwellen: Venenschwäche, bestimmte Medikamente, langes Stehen, Nierenerkrankungen. Auf das Herz deutet vor allem die Kombination mit ungewohnter Atemnot und anhaltender Müdigkeit hin, besonders nach dem 60. Lebensjahr. Im Zweifel schaffen eine ärztliche Untersuchung und ein Herzultraschall Klarheit.
Der Hausarzt ist der richtige erste Ansprechpartner: Er ordnet die Beschwerden ein und veranlasst die ersten Untersuchungen. Bestätigt wird die Diagnose anschließend vom Kardiologen, vor allem per Echokardiographie; er organisiert auch die regelmäßige Nachsorge. Konsultationen und Untersuchungen erstattet die CNS nach den üblichen Regeln.