Dr. Jean-Louis PAQUAY
Dr. PAQUAY Cardiology Practice 38 Arelerstrooss, 8552 Oberpallen Beckerich, Luxembourg Gesprochene Sprache(n) :Französisch
Betroffene Fachrichtungen : Kardiologe, Allgemeinmediziner
Das eigene Herz spüren — schneller, stärker oder unregelmäßig schlagend — hat einen einfachen Namen: Herzrasen oder Palpitationen. Das ist eine sehr häufige Empfindung, und in den meisten Fällen steckt nichts Ernstes dahinter: Stress, Kaffee, wenig Schlaf oder körperliche Anstrengung erklären es oft schon. Der Körper erzeugt normalerweise Herzschläge, die man nie bemerkt; Herzrasen ist einfach der Moment, in dem dieser Rhythmus bewusst wahrgenommen wird, manchmal weil er sich leicht verändert hat. Trotzdem verdienen manche Umstände eine kardiologische Beurteilung, besonders wenn weitere Symptome dazukommen oder es häufig wird.
Kaffee, Tee, Alkohol, Nikotin und manche Medikamente können den Herzschlag leicht beschleunigen und spürbar machen. Stress und Angst spielen sehr häufig eine Rolle: ein Adrenalinschub bei einem Ärger, einer Prüfung oder sogar einer unerwarteten guten Nachricht reicht aus, damit das Herz für ein paar Minuten „hämmert“. Erschöpfung, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel, eine üppige Mahlzeit oder ungewohnte körperliche Anstrengung ergänzen die Liste der häufigen Ursachen. Bei Frauen sind auch hormonelle Schwankungen — Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre — klassische und an sich harmlose Auslöser.
In diesen Situationen dauert das Herzrasen meist wenige Sekunden bis Minuten, bleibt vereinzelt und geht selten mit echtem Unwohlsein einher. Es erfordert nicht automatisch eine dringende Untersuchung, aber wenn es beunruhigt oder sich wiederholt, lohnt es sich immer, mit dem Arzt darüber zu sprechen.
Bestimmte Merkmale ändern die Lage und rechtfertigen eine ärztliche Beurteilung, meist innerhalb der folgenden Tage statt als absoluter Notfall:
Eine kardiologische Untersuchung prüft in diesen Fällen, ob eine behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung vorliegt.
Manches Herzrasen erfordert sofortiges Handeln, in der Notaufnahme oder über die 112: Herzrasen mit Ohnmacht, Bewusstseinsverlust oder starkem Schwindel, begleitendem Brustschmerz, deutlicher Atemnot in Ruhe, oder ein extrem schneller und unregelmäßiger Rhythmus, der sich nicht rasch beruhigt. Diese Anzeichen können auf eine bedeutsame Herzrhythmusstörung hinweisen — in diesem Zusammenhang ist es besser, rasch Hilfe zu suchen, als die Situation sich entwickeln zu lassen.
Der erste Schritt ist oft ein EKG in der Praxis, das die elektrische Herzaktivität in diesem Moment erfasst — hilfreich, wenn es zufällig während einer Episode geschrieben wird, aber zwischen den Episoden oft unauffällig, was nichts ausschließt. Hier kommt das Langzeit-EKG (Holter) ins Spiel: ein kleines Gerät, das 24 bis 48 Stunden, manchmal länger, getragen wird, verbunden mit Elektroden auf der Brust, das den Herzrhythmus während des Alltags durchgehend aufzeichnet. Die Patientin oder der Patient notiert die Uhrzeit etwaiger Beschwerden in einem Tagebuch oder per Knopfdruck am Gerät, sodass der Kardiologe die gefühlte Empfindung genau mit dem tatsächlichen Herzrhythmus zu diesem Zeitpunkt abgleichen kann.
Je nach Ergebnis können eine Herzultraschalluntersuchung, Blutuntersuchungen (auch der Schilddrüsenwerte, da eine überaktive Schilddrüse das Herz beschleunigt) oder weitere Untersuchungen die Abklärung ergänzen. In den meisten so untersuchten Fällen zeigt das Langzeit-EKG nichts Beunruhigendes — was an sich eine wertvolle, beruhigende Information ist.
Der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle, um Herzrasen zu beurteilen und zu entscheiden, ob eine Überweisung zum Kardiologen nötig ist. Dieser verordnet und wertet das Langzeit-EKG und weitere notwendige Untersuchungen aus. Konsultationen, das EKG und das Langzeit-EKG werden von der Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé) nach den üblichen Erstattungsregeln übernommen; die Einzelheiten finden Sie auf cns.lu. Gelegentlich das eigene Herz stärker schlagen zu spüren ist fast nie Zeichen einer ernsten Erkrankung, aber eine ärztliche Meinung hilft immer, das zu bestätigen und beruhigter weiterzugehen.
Diese Inhalte dienen nur zur Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Im Zweifel wenden Sie sich an einen Arzt; im Notfall wählen Sie die 112.
Nein, in den allermeisten Fällen hängt es mit Stress, Koffein, Erschöpfung oder normalen hormonellen Schwankungen zusammen, ohne jegliche zugrunde liegende Herzerkrankung. Eine ärztliche Meinung bleibt bei Zweifeln sinnvoll, aber Herzrasen bedeutet nicht automatisch Herzkrankheit.
Weil Herzrasen meist nur zeitweise auftritt: Ein gewöhnliches EKG dauert nur Sekunden und erfasst eine Episode nur selten zufällig. Ein Langzeit-EKG, 24 bis 48 Stunden im Alltag getragen, erhöht die Chance deutlich, das Herz während einer echten Episode aufzuzeichnen.
Nicht unbedingt komplett weglassen, aber oft reduzieren, besonders am späten Tag. Die Koffeinempfindlichkeit ist individuell verschieden; zu beobachten, ob sich das Herzrasen bei reduziertem Konsum bessert, ist ein einfacher Test, der bei anhaltenden Zweifeln mit dem Arzt besprochen werden sollte.
Ja, dieses Gefühl entspricht oft einer Extrasystole — einem leicht verschobenen Herzschlag, meist harmlos und sehr häufig in der Allgemeinbevölkerung, auch bei völlig gesunden Herzen. Stress und Angst verstärken die Wahrnehmung dieser Extrasystolen, ohne unbedingt deren tatsächliche Anzahl zu erhöhen.
Nicht zwingend, wenn es vereinzelt, kurz und ohne weitere Symptome auftritt. Ein dringender Arztbesuch ist jedoch angezeigt, wenn Ohnmacht, Brustschmerz, deutliche Atemnot oder Bewusstseinsverlust dazukommen, oder wenn der Rhythmus sehr schnell und unregelmäßig bleibt, ohne sich zu beruhigen.