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Muttermale: ABCDE-Regel und Hautkontrolle in Luxemburg

Betroffene Fachrichtungen : Dermatologe

Ein Muttermal – medizinisch Nävus, umgangssprachlich auch Leberfleck – ist eine gutartige Ansammlung pigmentbildender Zellen in der Haut. Die allermeisten Muttermale bleiben ein Leben lang harmlos. Entscheidend ist, das eine Mal zu erkennen, das sich verändert: Eine solche Veränderung kann das erste Zeichen eines Melanoms sein, des schwarzen Hautkrebses, der früh erkannt sehr gute Heilungschancen hat. In Luxemburg ist der Hautarzt (Dermatologe) der richtige Ansprechpartner für die Kontrolle – ein Termin ist direkt möglich, ohne Überweisung durch den Hausarzt.

Wer sollte seine Haut regelmäßig kontrollieren lassen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch ein Melanom entwickeln. Bestimmte Merkmale erhöhen das Risiko jedoch deutlich, und wer mehrere davon bei sich wiederfindet, sollte mit dem Hautarzt einen festen Kontrollrhythmus vereinbaren, meist einmal im Jahr:

  • heller Hauttyp, der schnell einen Sonnenbrand bekommt, rote oder blonde Haare, helle Augen, Sommersprossen;
  • sehr viele Muttermale oder Male, die ein Arzt bereits als atypisch eingestuft hat;
  • schwere Sonnenbrände in Kindheit oder Jugend, jahrelange intensive Sonne, Arbeit im Freien;
  • Solariumbesuche, egal wie häufig;
  • Hautkrebs in der eigenen Vorgeschichte oder ein Melanom bei nahen Verwandten;
  • Medikamente, die das Immunsystem schwächen.

Bei der Untersuchung schaut sich der Hautarzt die gesamte Haut an und beurteilt auffällige Stellen mit dem Dermatoskop, einer beleuchteten Lupe, die schmerzlos auf die Haut aufgesetzt wird und Strukturen sichtbar macht, die das bloße Auge nicht erkennt. Wirkt ein Mal verdächtig, wird es in örtlicher Betäubung entfernt und im Labor untersucht – ein kurzer Eingriff, meist direkt in der Praxis.

Die ABCDE-Regel – einfach erklärt

Für die Selbstbeobachtung zu Hause hat sich die ABCDE-Regel bewährt. Kein einzelner Buchstabe beweist etwas; jeder ist lediglich ein Grund, das Mal ärztlich anschauen zu lassen.

A wie Asymmetrie: Ein unauffälliges Muttermal ist ungefähr rund oder oval. Teilt man es gedanklich in der Mitte, ähneln sich beide Hälften. Sieht eine Hälfte deutlich anders aus als die andere, lohnt ein genauer Blick.

B wie Begrenzung: Glatte, scharfe Ränder sind beruhigend. Ausgefranste, unscharfe oder zackige Ränder, als würde die Farbe in die umgebende Haut auslaufen, sind ein Warnzeichen.

C wie Colorit: Ein gleichmäßiger Braunton ist normal. Mehrere Farben in einem Fleck – Braun, Schwarz, Rötlich oder helle Stellen, an denen das Pigment zu verschwinden scheint – gehören in ärztliche Begutachtung.

D wie Durchmesser: Ab etwa sechs Millimetern, ungefähr die Breite eines Bleistift-Radiergummis, verdient ein Mal erhöhte Aufmerksamkeit. Die Größe allein sagt aber wenig: Es gibt kleinere Melanome und viele große, völlig gutartige Muttermale.

E wie Entwicklung: Der wichtigste Buchstabe. Ein Mal, das innerhalb von Wochen oder Monaten wächst, dicker wird, die Farbe ändert, juckt, blutet oder Krusten bildet, sollte untersucht werden – unabhängig von allen anderen Kriterien.

Hilfreich ist außerdem das Prinzip des « hässlichen Entleins »: Bei ein und derselben Person ähneln sich die Muttermale untereinander. Das eine Mal, das aus der Reihe fällt, ist dasjenige, das der Hautarzt sehen sollte.

Selbstkontrolle: ein paar Minuten alle drei Monate

Etwa vierteljährlich reicht ein gründlicher Blick auf die eigene Haut – am besten nach dem Duschen, bei gutem Licht. Gehen Sie systematisch von Kopf bis Fuß vor und vergessen Sie die Stellen nicht, die sonst niemand ansieht: die Kopfhaut Scheitel für Scheitel, hinter den Ohren, Rücken und Beinrückseiten mit Spiegel oder mit Hilfe des Partners, Fußsohlen, Zehenzwischenräume und Nägel.

Fotografieren Sie auffällige Male mit dem Handy, mit einem Lineal oder einer Münze als Größenvergleich daneben. Beim nächsten Durchgang ersetzt der Fotovergleich das trügerische Gedächtnis – und der Hautarzt sieht auf einen Blick, ob sich etwas verändert hat. Wer die Selbstkontrolle mit einem festen Anlass verknüpft, etwa dem Wechsel der Jahreszeit, vergisst sie seltener; nach dem Sommerurlaub lohnt sich ohnehin ein zusätzlicher Blick auf die Haut.

Sonnenschutz: die Haut vergisst nichts

UV-Strahlung ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für das Melanom, und ihre Wirkung summiert sich über das ganze Leben. Jeder Sonnenbrand zählt, besonders im Kindesalter. Wirksamer Schutz ist unkompliziert: mittags den Schatten suchen, Haut mit Kleidung, Hut und Sonnenbrille bedecken, unbedeckte Stellen großzügig mit einem hohen Lichtschutzfaktor eincremen und nach dem Baden nachcremen. Kinder brauchen besonderen Schutz, und aufs Solarium verzichtet man am besten ganz. Sonnenschutz ersetzt die Kontrolle nicht – beides gehört zusammen.

Wann zum Arzt, und wie läuft es in Luxemburg ab?

Warten Sie nicht auf die nächste Routinekontrolle, wenn ein Muttermal eines oder mehrere ABCDE-Kriterien erfüllt, ohne Anlass blutet, dauerhaft juckt oder wenn im Erwachsenenalter ein neuer Fleck auftaucht und sich verändert. Einige Wochen Wartezeit auf einen Termin sind in aller Regel unproblematisch – nur monatelanges Aufschieben sollte man vermeiden.

In Luxemburg können Sie den Dermatologen direkt aufsuchen; alternativ wirft der Hausarzt einen ersten Blick auf die Stelle und überweist bei Bedarf. Konsultationen und verordnete Eingriffe werden von der Gesundheitskasse (CNS) zu den üblichen Bedingungen erstattet. Einen Hautarzt in Ihrer Nähe finden Sie direkt auf Doctipro – mit Online-Terminbuchung.

Diese Inhalte dienen nur zur Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Im Zweifel wenden Sie sich an einen Arzt; im Notfall wählen Sie die 112.

Häufige Fragen

Sollte man Muttermale vorsorglich entfernen lassen?

Nein. Ein gutartiges Muttermal muss nicht entfernt werden, außer es stört mechanisch, etwa durch Reibung am Hosenbund, oder aus ästhetischen Gründen. Entfernt und im Labor untersucht werden auffällige oder atypische Male – eine Entfernung « auf Verdacht » bietet keinen Schutz.

Ist ein neues Muttermal im Erwachsenenalter ein Grund zur Sorge?

Neue Muttermale können bis etwa zum 35. bis 40. Lebensjahr entstehen, das ist normal. Ein Pigmentfleck, der später auftritt und sich vor allem rasch verändert – in Größe, Farbe oder Dicke – sollte hautärztlich untersucht werden, denn ein Melanom kann auch auf zuvor unauffälliger Haut entstehen.

Wird ein Muttermal gefährlich, wenn man es aufkratzt oder beim Rasieren verletzt?

Nein, eine versehentliche Verletzung macht aus einem Muttermal keinen Krebs. Aufmerksam sollte man werden, wenn ein Mal von selbst blutet, ohne Stoß oder Schnitt, oder wenn eine Wunde nicht abheilt – das sind Warnzeichen für den Hautarzt.

Tut die Hautkrebsvorsorge beim Dermatologen weh?

Nein. Die Untersuchung erfolgt mit dem bloßen Auge und dem Dermatoskop, das nur auf die Haut aufgesetzt wird. Muss ein Mal zur Analyse entfernt werden, geschieht das in örtlicher Betäubung; spürbar ist im Wesentlichen der kleine Einstich, und die Wunde heilt meist innerhalb weniger Wochen.

Reicht Sonnencreme aus, um meine Muttermale zu schützen?

Nein. Sonnencreme ist eine sinnvolle Ergänzung, aber den besten Schutz bieten Schatten in der Mittagszeit und bedeckende Kleidung. Keine Creme hält alle UV-Strahlen ab, und sie darf nie dazu dienen, die Zeit in der Sonne zu verlängern. Die regelmäßige Kontrolle der Haut bleibt auch bei gutem Sonnenschutz notwendig.