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Weisheitszähne: ziehen lassen oder nicht? In Luxemburg

Betroffene Fachrichtungen : Zahnarzt, Kieferchirurg

Weisheitszähne sind die dritten Backenzähne und brechen als letzte Zähne durch, meist zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr. Anders als viele glauben, müssen sie nicht grundsätzlich entfernt werden: Entscheidend ist, wie viel Platz der Kiefer bietet und ob die Zähne tatsächlich Beschwerden verursachen. In Luxemburg beurteilt der Zahnarzt die Situation; bei schwierigen Eingriffen überweist er an einen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Die Entscheidung fällt im Einzelfall, nach Untersuchung und Panoramaröntgenbild.

Warum machen gerade diese Zähne so oft Probleme?

Der menschliche Kiefer ist im Laufe der Zeit kleiner geworden, die Zahl der Zähne aber gleich geblieben. Weisheitszähne kommen zuletzt — dann, wenn der Platz längst vergeben ist. Drei Verläufe sind möglich.

Manchmal bricht der Zahn normal durch und reiht sich in die Zahnreihe ein: kein Problem. Manchmal bleibt er im Knochen oder unter dem Zahnfleisch stecken — man spricht von einem retinierten Zahn — oder er wächst schräg und drückt gegen den Nachbarzahn. Und manchmal kommt er nur halb heraus: Eine Zahnfleischkapuze bedeckt noch einen Teil des Zahns, und darunter sammeln sich leicht Bakterien. Diese Nische ist mit der Zahnbürste kaum zu erreichen und kann sich entzünden. Das ist die Perikoronitis, eine schmerzhafte Entzündung des Zahnfleischs rund um den Zahn, mit Schwellung, erschwerter Mundöffnung und manchmal Fieber — das häufigste Weisheitszahnproblem bei jungen Erwachsenen.

Wann darf man sie behalten?

Die routinemäßige, vorsorgliche Entfernung aller vier Weisheitszähne ist heute nicht mehr der Standard. Ein Weisheitszahn darf bleiben, wenn er vollständig durchgebrochen ist, gerade steht, gut zu putzen ist und keine Karies hat — oder wenn er komplett retiniert tief im Knochen liegt, keinen Nachbarzahn berührt und im Röntgenbild unauffällig ist. Dann genügt es, ihn bei den regelmäßigen Kontrollen im Blick zu behalten; ein gelegentliches Röntgenbild bestätigt, dass sich nichts verändert.

Ein gesunder Weisheitszahn hat sogar Vorteile: Er hilft beim Kauen und kann in manchen Fällen später als Pfeiler für eine zahnärztliche Versorgung dienen.

Wann ist die Entfernung nötig?

In einigen Situationen spricht vieles klar für den Eingriff:

  • wiederholte Perikoronitis-Schübe trotz guter Mundhygiene;
  • Karies am Weisheitszahn oder am Nachbarzahn, die wegen der Zahnstellung nicht richtig behandelt werden kann;
  • ein schräg wachsender Zahn, der den Nachbarn beschädigt oder lockert;
  • eine Zyste oder eine andere Veränderung um den retinierten Zahn, sichtbar im Röntgenbild;
  • wiederkehrende Schmerzen oder Infektionen, oder eine Entfernung im Rahmen einer kieferorthopädischen oder chirurgischen Behandlung.

Steht die Entscheidung fest, sollte man den Eingriff nicht jahrelang aufschieben: Bei jungen Erwachsenen sind die Wurzeln noch nicht vollständig ausgebildet und der Knochen ist elastischer — der Eingriff ist einfacher, die Heilung schneller. Wer den Termin dagegen immer wieder verschiebt, riskiert, dass sich die Ausgangslage verschlechtert: Die Karies frisst sich tiefer, die Entzündungsschübe kehren zurück, und die Entfernung wird mit den Jahren aufwendiger statt leichter.

Wie läuft die Entfernung ab?

Die meisten Weisheitszähne werden in der Zahnarztpraxis unter örtlicher Betäubung entfernt: Sie sind wach, die Region ist vollständig betäubt, und Sie spüren höchstens Druck, nie Schmerz. Der Eingriff dauert je nach Zahn wenige Minuten bis etwa eine halbe Stunde.

Liegt der Zahn tief im Knochen, nah an einem Nerv, oder sollen mehrere Zähne in einer Sitzung entfernt werden, überweist der Zahnarzt an den Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Je nach Fall erfolgt der Eingriff dann in erweiterter örtlicher Betäubung, im Dämmerschlaf oder — seltener — in Vollnarkose im Krankenhaus. Es handelt sich um einen sehr häufigen, gut beherrschten Routineeingriff, und der Behandler erklärt den Ablauf vorab in Ruhe — das nimmt einen Großteil der Anspannung.

Nach dem Eingriff: womit Sie realistisch rechnen sollten

Die Tage nach der Entfernung sind selten angenehm, verlaufen aber vorhersehbar. Die Wange schwillt an, erreicht am zweiten oder dritten Tag ihren Höhepunkt und geht dann zurück. Eine eingeschränkte Mundöffnung, leichtes Nachbluten am ersten Tag und ein Bluterguss an der Wange sind normal. Die Schmerzen lassen sich mit den verordneten Schmerzmitteln gut kontrollieren, und die Verhaltensregeln sind einfach: kühlen, lauwarme weiche Kost, am ersten Tag nicht kräftig spülen, nicht rauchen.

Einige Warnzeichen sollten Sie dagegen sofort in der Praxis anrufen lassen: Schmerzen, die nach drei, vier Tagen der Besserung wieder deutlich zunehmen, anhaltendes Fieber, eine Schwellung, die weiter wächst, ein schlechter Geschmack oder Ausfluss aus der Wunde, eine Blutung, die nicht aufhört, oder Schluck- und Atembeschwerden — im letzten Fall wählen Sie außerhalb der Öffnungszeiten die 112.

Der Weg in Luxemburg

In Luxemburg gehen Sie direkt zum Zahnarzt, ohne Überweisung. Er stellt die Indikation, führt einfache Entfernungen selbst durch und überweist komplexe Fälle an den Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Konsultationen, Röntgenaufnahmen und Weisheitszahnentfernungen gehören zu den Leistungen, die die Nationale Gesundheitskasse (CNS) nach den üblichen Bedingungen erstattet; findet der Eingriff im Krankenhaus statt, gelten die Regeln für stationäre Behandlungen. Einen Zahnarzt oder Kieferchirurgen in Ihrer Nähe finden Sie direkt auf Doctipro — mit Online-Terminbuchung.

Diese Inhalte dienen nur zur Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Im Zweifel wenden Sie sich an einen Arzt; im Notfall wählen Sie die 112.

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Häufige Fragen

In welchem Alter sollte man die Weisheitszähne kontrollieren lassen?

Weisheitszähne brechen meist zwischen 17 und 25 Jahren durch. Etwa in diesem Alter zeigt ein Panoramaröntgenbild beim Zahnarzt ihre Lage und erlaubt eine vorausschauende Planung. Ist eine Entfernung nötig, ist sie bei jungen Erwachsenen einfacher, solange die Wurzeln noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Einzeln ziehen lassen oder alle auf einmal?

Beides ist möglich. Alle vier Zähne in einer Sitzung — oft im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose — erspart wiederholte Eingriffe. Ein oder zwei Zähne auf einmal, unter örtlicher Betäubung, macht die Heilungsphase leichter, und man kann auf der anderen Seite kauen. Die Entscheidung fällt gemeinsam mit dem Behandler, je nach Schwierigkeit der einzelnen Zähne und Ihren Wünschen.

Wie lange fällt man nach der Entfernung aus?

Nach einer einfachen Entfernung unter örtlicher Betäubung sind viele Patienten schon am nächsten Tag wieder einsatzfähig. Nach einem chirurgischen Eingriff oder der Entfernung mehrerer Zähne sollte man zwei bis vier Ruhetage einplanen, bei körperlicher Arbeit etwas mehr. Der Behandler passt die Krankschreibung an Ihre Situation an.

Was darf man nach der Weisheitszahn-OP essen?

In den ersten Tagen eignet sich lauwarme oder kalte, weiche Kost: Suppen, Püree, Joghurt, Kompott, Rührei, Fisch. Meiden Sie sehr Heißes, Hartes, Krümeliges oder Scharfes sowie Alkohol und Tabak, die die Wundheilung verzögern. Innerhalb von einigen Tagen bis einer Woche kehrt man schrittweise zur normalen Ernährung zurück.